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Eine Konsumzurückhaltung in puncto Reisen und Urlaub sei nicht gegeben. Auf Reisen werde nicht verzichtet, viele Kunden planen längerfristig, lassen sich intensiv beraten, buchen dann oft direkt vor Ort oder auf Abruf, nachdem sie sich vorinformiert haben. Das war die überwiegende Erfahrung der Aussteller des Reisemarktes, der vom 05.-07. Februar im Saarbrücker MesseZentrum über die Bühne ging. Auch die Aussteller des Autofrühlings Saar berichten von regem Interesse und Direktverkäufen. Die Besucherzahl ist mit 39.000 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, hatte sich jedoch gleichmäßiger auf die einzelnen Messetage verteilt.
Die Ergebnisse im einzelnen:
Bei den Busreise-Anbietern dominiert die Altersgruppe ab 35-40 Jahren. Nachgefragt und direkt gebucht wurden Saisonauftakt-Angebote für das Frühjahr. Von daher gilt der Reisemarkt Saarbrücken als wichtiger Startpunkt für die Frühjahrssaison. Aber auch die Planung und Buchung für Sommer und Herbst kommen bereits jetzt in Gang. Nachgefragt neben den klassischen Städtereisen in Gesamteuropa werden zunehmend Touren in nord-westliche Richtung, etwa nach Irland oder Schottland.
Bei den See- und Flußkreuzfahrten rechnen die Anbieter in diesem Jahr mit einem Zuwachs von 15%. Dieses Wachstum mag daran liegen, daß die Kreuzfahrten immer vielfältiger werden und somit mehr und mehr unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Auch hier war laut Angaben der Reiseveranstalter auf dem Reisemarkt reges Buchungsverhalten zu beobachten, das verständlicherweise durch Top-Messeangebote forciert wurde. Vor dem Hintergrund, daß bei Kreuzfahrten ein längerer Entscheidungsprozess und ein langer Buchungshorizont die Regel sind, bedeuten diese Direktbuchungen, daß gute Angebote und die kompetente Beratung am Messestand sich positiv auf die Kaufentscheidung auswirken. Es wurde bereits jetzt für die Herbstmonate gebucht. Die Top-Ziele für Kreuzfahrten sind der Mittelmeerraum, die Kanaren, mehr und mehr Nordrouten bis zum Nordkap. Bei den Flußkreuzfahrten dominieren als „Klassiker“ Donaufahrten, Reisen nach Moskau und St. Petersburg sowie Schiffstouren nach Frankreich.
Urlaub in Deutschland ist weiter auf dem Vormarsch. Das vermeldeten die vertretenen Fremdenverkehrsregionen, etwa aus dem Schwarzwald, Bodensee, Bayern, der grenzübergreifenden Alpenregion, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern.
Gebucht wird nach den spezifischen Gegebenheiten und den Wetterverhältnissen der jeweiligen Region: Im Schwarzwald noch kurzfristig Skiaufenthalte zu Ostern, im Alpengebiet derzeit schon Sommer- und Herbstwanderungen, am Bodensee Festspielreisen (Aida in Bregenz) und Campingurlaube für Familien mit Kindern, in Rheinland-Pfalz Weinreisen. In Mecklenburg-Vorpommern - vor allem von Familien und Vereinen nachgefragt - sind Sommeraufenthalte zum Wassersport und für Radtouren. Die Aufenthaltsdauer beträgt zwischen 3 und 10 Tagen.
Im Nahbereich, in der grenzübergreifenden Großregion Saar-Lor-Lux, kamen z.B. in Luxemburg Kurztripps wie Radfahren im Müllerthal oder an der Sauer sowie Wellness-Wochenenden im Thermalbad Mondorf gut an. Auch das Saarland spielte sein Trümpfe aus: so standen z.B. DAS BAD in Merzig, das dortige Wolfsgehege, die Premium-Wanderwege (am Stand der TZS) der Warndt (in einer eigenen Halle) an allen 3 Tagen im Fokus des Besucherinteresses.
Ein Trend, der sich auf dem Reisemarkt seit Jahren mehr und mehr entwickelt, sind die Strategien der Hoteliers, vorwiegend aus Deutschland, Österreich und Italien, die ihre Häuser direkt vermarkten...mit großem Erfolg: Das persönliche Gespräch mit den Reisewilligen, das Kennenlernen vor Urlaubsbeginn, das Eingehen auf die individuellen Wünsche des Gastes schafft offenbar eine Gästebindung, die sich über Jahre hin hält und durch Mund-zu-Mund-Propaganda den Gästekreis stetig erweitert. Diese Hoteliers berichten, daß ihre Gäste eigens zu Buchungszwecken den Reisemarkt besuchen und weitere Interessenten mitbringen.
Die Stände der Caravans und Wohnmobile waren ständig umlagert von Interessenten aller Altersgruppen, die intensiv das „Innenleben“ der mobilen Behausungen erforschten und erstaunt waren, wieviel Komfort sie auf begrenztem Raum bieten. Zu beobachten war, daß Familien das Mieten eines Wohnmobils als preiswertere Alternative zum Hotelaufenthalt verstärkt annehmen. Die Nachfrage nach Ankauf oder Anmietung eines Wohnmobils hielt sich die Waage. Bei Realisierung von nur 50% der Nachfrage im Miet- und Kaufbereich sehen diese Anbieter ihren Messeauftritt als vollen Erfolg an.
Auch die Aussteller des Autofrühlings Saar berichten von regem Interesse und Direktverkäufen: Der Autofrühling Saar, der mit 19 vertretenen Marken einen guten Überblick über das aktuelle Angebot der Automobilbranche bot, gilt mittlerweile bei den ausstellenden Händlern wie auch den Besuchern als eingeführte Marktplattform im Südwesten. In Erwartung eines sehr harten Jahres für den Automobilbereich hat sich eine Vielzahl der Händler entschlossen, offensiv an den Markt zu gehen und sich auf dem Autofrühling Saar zu präsentieren. Sie kamen ausnahmslos zu dem Schluß, daß dies die richtige Entscheidung war: Es wurden Aufträge vor Ort geschrieben und auch die Erwartungen an das Messenachgeschäft weisen in eine positive Richtung. Etliche Häuser, die inzwischen mehrere Hersteller vertreten, nutzten die Messe, um ihre Markenvielfalt bekannt zu machen, andere um ihre Kunden zur Deutschlandpremiere ihres Top-Modells auf der Messe einzuladen... mit einer Rücklaufquote von 25%. |